29. Oktober 2020 ✦ by Gastautorin Leonie Brovot

Lesezeit: 10 Minuten

Filme für Frauen

4 Tipps für Female Empowerment

Ich habe hier 4 fantastische Filme für Frauen für dich, für uns, für female empowerment.

Check diese Girls für noch mehr und richtig geiles female empowerment auf Insta aus: Fotzenbonus_official (Link)

Die spannenden Rollen waren im Kino lange den Männern vorbehalten.

Doch ein leiser Wind der Veränderung weht durch die Filmlandschaft; es gibt immer mehr tolle, starke Frauencharaktere auf der Leinwand und dem Bildschirm zu sehen.

Lies auch »Lesbische Filme Netflix« (Link)

Also: Ein paar meiner liebsten Filme für Frauen, mit Frauen, die mich begeistert haben:

Filme für Frauen 1. Tipp: Little Women (2019)

Ein Film über Schwesternschaft, Verbundenheit, Freundschaft.

Ein Film übers Erwachsenwerden, über Rollenbilder, über Träume und Kompromisse, über Enttäuschung und Glück.

Ein Film über junge Frauen, die ihren Weg suchen.

Da sind die vier Schwestern, Jo (Saoirse Ronan), Amy (Florence Pugh), Meg (Emma Watson) und Beth (Eliza Scanlen).

Sie leben etwa Mitte des 19. Jahrhunderts in Neuengland (USA) und sind eher arm als reich.

Die einzige Chance, aufzusteigen – so trägt es die Gesellschaft an sie heran - bietet die Heirat mit einem Mann.

Jo, der Freigeist der Familie, hat andere Pläne: Sie will Schriftstellerin werden.

Amy träumt derweil davon, Künstlerin in Rom zu sein.

Meg möchte einen netten Mann kennenlernen und eine Familie gründen.

Und Beth ist die gute, introvertierte Seele, die meist verträumt am Klavier sitzt.

So unterschiedlich sie untereinander in ihren Idealen und Temperamenten auch sind, so herzlich und herzhaft gehen sie miteinander um, umschlingen sich, schlagen sich, lachen und weinen miteinander.

Die Geschichte der »Little Women« spielt auf zwei Zeitebenen:

Zu der Zeit, als sie alle noch zusammen im - sehr kuscheligen - Elternhaus in einer verschlafenen amerikanischen Kleinstadt leben, gemeinsam Theaterstücke aufführen und von der Zukunft träumen.

Und sieben Jahre später, als die Zukunft ganz ungefragt Realität wurde.

Über Zeitblenden springt der Film nun immer vor und zurück.

Von in warmes Licht getauchten Erinnerungen an die Jugend zu der eher in Blau- und Grautönen gehaltenen Realität des Erwachsenseins.

Es bildet sich ein Mosaik von Szenen, die zeigen, wie unterschiedlich jede der Schwestern die großen Fragen des Lebens beantwortet.

Jo, die eigentliche Hauptfigur des Films, lebt mittlerweile in New York und versucht sich einen Namen als Schriftstellerin zu machen.

Sie widmet all ihre Energie dem Schreiben, ihrer wahren großen Liebe.

Als ihr bester Freund aus Jugendtagen, Laurie, ihr einen Antrag gemacht hat, hat sie ihn abgewiesen, weil sie es »nicht fühlt« und weil sie sowieso lieber frei und unabhängig sein will.

Obwohl Jo und Laurie alias Timothée Chalamet zusammen wirklich bezaubernd unkonventionell sind und die wildesten Tänze aufführen!

Jo gesteht aber an anderer Stelle auch ihre Einsamkeit.

Amy ist zwar mittlerweile in Paris und malt, glaubt aber nicht, dass sie jemals wirklich außergewöhnlich sein könnte.

Beth ist mit einem netten, aber mittellosen Lehrer verheiratet und klagt über finanzielle Probleme.

Beth ist schwer krank und muss das Bett hüten.

Sie alle müssen Entscheidungen treffen, abwägen, sich von Träumen verabschieden oder anfangen für ihre Träume zu kämpfen.

Die Frauen im Film sind lebendig, sie tanzen, sie rennen, sie lachen, sie schreien.

Und sie haben Wut auf starre Rollenbilder, die sie in ein Korsett pressen wollen.

Um es in Jo’s Worten zu sagen:

»Women, they have minds, and they have souls, as well as just hearts. And they’ve got ambition, and they’ve got talent, as well as just beauty. I’m so sick of people saying that love is just all a woman is fit for.«

Little Women ist ein Film für Frauen, die träumen, Frauen, die anfangen, ihre kreative, lebendige Seite auszuleben.

Und es ist ebenso ein Film für Frauen, die realistisch, pragmatisch, bescheiden sind.

Jeder Lebensentwurf findet in einer der vier Schwestern Ausdruck und damit auch die Botschaft:

Jeder Lebensentwurf ist okay.

Solange du selbst dahinter stehst, so lange es dein Entwurf ist.

Filme für Frauen 2. Tipp: Thelma & Louise (1991)

Ein Roadmovie mit zwei Frauen auf der Flucht.

Haare im Wind, Zigarette, Knarre.

Blauer Thunderbird-Cabrio, staubige Straßen, unendliche Weiten.

Thelma & Louise ist Kult, der Film ist von 1991, viele der Filmbilder sind ikonisch.

Die Freundinnen Thelma (Susan Sarandon) und Louise (Geena Davis) sind nichts anderes als gewöhnliche Frauen, als sie zu einem Wochenendtrip aufbrechen.

Sie machen einen Zwischenstopp, tanzen in einer Bar, betrinken sich.

Thelma flirtet mit einem Typen, sie gehen zusammen raus, er bedrängt sie, sie wehrt sich, eine Vergewaltigungsszene deutet sich an.

Louise kommt dazwischen, sie zielt mit einer Pistole auf ihn.

Er lässt von Thelma ab, doch provoziert weiter mit sexistischen Sprüchen.

Louise erschießt den Mann.

Sie wissen, dass sie verloren haben, es war keine Notwehr mehr, die Situation war vorüber.

Sie wissen auch, dass ihnen keiner die versuchte Vergewaltigung glauben wird, hatte Thelma doch den ganzen Abend mit ihm getanzt.

Sie sind sich des vorherrschenden Sexismus bewusst sowie ihrer Ohnmacht dagegen.

Also brechen sie aus dem System aus.

Sie fliehen.

Bei ihrem Roadtrip durch die unendlichen Weiten der USA (die einen daran erinnern, warum man das Land mal so toll fand) werden sie zu Outlaws, zu knallharten Gangstern.

Und sie finden die Freiheit.

Sie lassen nicht nur die Polizei hinter sich, sondern auch die alten, einengenden Verhältnisse zu Hause, die unglückliche Ehe, den öden Job.

Thelma sagt: »I feel really awake. I don’t recall ever feeling this awake. You know? Everything looks different now. You feel like that? You feel like you got something to live for now«

Man wird während des Films in dieses Lebensgefühl hineingezogen, lässt sich vom Tempo des Cabrios mitreißen, spürt die Sonne vom Himmel herabknallen, den Schweiß auf der Haut, den Staub im Haar, man riecht den leicht verbrannten Geruch in der Luft…

Und dann dieser poppige Soundtrack - irgendwie banal - und doch gerade in seiner Beiläufigkeit passend.

Die Geschichte ist auch toll, weil die Figuren Fehler haben.

Sie sind eben keine strahlenden Heldinnen, sondern menschlich.

Sie treffen Entscheidungen, die nicht immer unbedingt klug sind.

Und doch verehrt man sie.

Denn sie leben eine Sehnsucht, sind wild und frei.

Thelma & Louise ist ein Film für Frauen, die spüren, dass da noch mehr ist, dass da noch etwas Anderes in uns schlummert, das uns nie jemand gezeigt hat und dass wir nur selber finden können.

Filme für Frauen 3. Tipp: Colette (2018)

Die Emanzipation von einem herrischen Ehemann.

Das Finden des eigenen Talents.

Das Ausleben von sexuellen Fantasien…

Colette war eine Frau, wie es zu ihrer Zeit, um das Jahr 1900 herum, nur Wenige gab.

In Frankreich ist sie eine Art Nationalheiligtum, ihre Bücher wurden millionenfach gelesen, besonders von jungen Frauen, ihr Liebesleben war pikant und unerhört (Liaison mit dem eigenen Stiefsohn inklusive).

Ein Film mit Keira Knightley in der Hauptrolle zeichnet nun den Weg vom Mädchen aus der Provinz zu einer der aufregendsten Frauen der Intellektuellenszene Frankreichs.

Da kommt Gabrielle-Sidonie, Colette, also Ende des 19. Jahrhunderts durch ihre Heirat mit einem erfolgreichen Schriftsteller und Theaterkritiker, bekannt als Willy, aus dem ländlichen Frankreich nach Paris.

Zunächst ist sie abgeschreckt von der, in ihren Augen, Künstlichkeit der Hauptstädter.

Eine Szene in der Pariser Oper zeigt sie:

Allein gelassen von ihrem Ehemann, der lieber mit seinen Intellektuellenfreunden abzieht.

Wie sie sich einer mit Strass verzierten, auf einem Silbertablett präsentierten Schildkröte zuwendet und ihr ihr Mitleid für diese Ödnis ausspricht.

Ihr autoritärer Ehemann entdeckt bald Colettes schriftstellerisches Talent und lässt sie von nun an für sich schreiben.

Sie tut es.

Will ihm gefallen.

Und siehe da, die Geschichten des Mädchens Claudine, die auf der Jugendzeit Colettes basieren, werden bald zu gefeierten Bestsellern.

Dabei werden sie immer unter Willys Namen veröffentlicht.

Läuft es gut mit dem Schreiben, ist er ihr zugetan.

Läuft es nicht so gut, sperrt er sie schon mal ein, damit sie weiter an den Geschichten arbeitet.

Die beiden werden zu Stars der Pariser Intellektuellenszene.

Colette beginnt in all dem schönen Glamour nun auch ihre lesbische Seite auszuleben und hat Verhältnisse mit Frauen.

Besonders eine hat es ihr angetan:

Missy, die damals schon Hosen und Kurzhaarschnitt trägt, was ihr einzig ihre Stellung (sie ist die Tochter eines Halbbruders von Napoleon III.) erlaubt.

So beginnt Colette langsam, aber sicher, sich ihrer selbst gewiss zu werden und gegen den übermächtigen Ehemann aufzubegehren.

Sie verlangt, dass nun auch ihr Name auf den Büchern steht.

Willy versagt es ihr.

Colette distanziert sich innerlich immer mehr, wendet sich nun ganz ihrer neuen Leidenschaft, dem pantomimischen Tanz, zu.

Es gibt diese schöne Szene, in der Colette recht anmutig den Schwung eines Vogels mit ihren Armen übt, während ihr Mann sich etwas spöttisch über ihr neues Hobby auslässt.
Nichtsdestotrotz beginnt Colette nun eine Karriere im Varietétheater, gibt die ätherische, ägyptische Schönheit im Moulin Rouge und schockiert die feine Gesellschaft mit einem Kuss mit ihrer Geliebten Missy.

Die Bühne ist Colettes neues Zuhause.

Sie trennt sich von Willy.

Und beginnt ein Leben auf Tour, ein Leben als »La Vagabonde«, worüber sie ein gleichnamiges Buch schreibt.

Der Film zeigt den Weg einer außergewöhnlichen Frau, die sich ein freies, aufregendes, unabhängiges Leben erkämpft hat, als viele Frauen sich noch nicht mal erlaubten, davon zu träumen.

Wie ungebunden und – für ihre Zeitgenossen - auch unerhört Colette in ihrem Leben wirklich war, das kann der Film höchstens anschneiden.

Doch es macht großen Spaß, sie dabei ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten.

Colette ist ein Film für Frauen, die Androgynität und sexuelle wie geistige Freiheit suchen und die sich nicht zuletzt an französischen Salons, Theater und der Ästhetik des Art Déco erfreuen können!

Filme für Frauen 4. Tipp: On the Basis of Sex (2018)

Zunächst sieht man nur Männer.

Männer in Anzügen, grau, schwarz.

Sie hasten auf etwas zu.

Dann ein Farbklecks.

Ein blaues Kostüm.

Strumpfhose, Pumps.

Eine zierliche junge Frau eilt ebenfalls zu dem Ort, zu dem alle unterwegs sind.

Er nennt sich Havard Law School.

Wir schreiben das Jahr 1957.

Die Frau heißt Ruth Bader Ginsburg.

Sie ist eine von acht Frauen, die ihr Jurastudium dort beginnen, und noch weiß niemand, dass sie eines Tages Richterin am Supreme Court sein wird, dass es T-Shirts mit ihrem Namen drauf geben wird, dass sich Kinder zu Halloween als sie verkleiden werden, in ihrem ikonischen Look in schwarzer Robe, weißem Spitzenkragen und XL-Brille.

Ruth Bader Ginsburg, die in den USA auch liebevoll RBG (wahlweise The Notorious RBG) genannt wird, ist vor kurzem gestorben.

Mit ihr stirbt ein Teil des liberalen Amerikas.

Sie war nicht nur Richterin, sie war vor allem Frauenrechtlerin.

Sie war es, die die Forderungen der feministischen Bewegung der 60er und 70er Jahre ins Gesetz brachte.

Sie kämpfte bis zuletzt.

Sie hatte sich, schon gebrochen vom Krebs, vorgenommen, Trumps Regierungszeit zu überleben, damit dieser nicht die Möglichkeit bekommen könnte, ihren Posten mit einer sehr viel konservativeren Stimme zu besetzen.

Der Kampf ist einer der Wenigen, den sie verlor.

Sie war noch nicht einmal beerdigt, da hatte Trump schon eine Nachfolgerin für sie: die erzkonservative Abtreibungsgegnerin Amy Coney Barrett.

Eine Tragödie für das liberale Amerika, für das Ruth Bader Ginsburg bis zuletzt gekämpft hatte.

Spätestens jetzt sollte man sich »On the Basis of Sex« anschauen, ein Film über ihr Leben, mit einer sehr überzeugenden Felicity Jones in der Hauptrolle.

Mit Bestnoten beschließt RBG das College.

Sie möchte in einer Kanzlei in New York arbeiten, doch wird überall abgelehnt.

Sie könnte ja schwanger werden oder die Ehefrauen der Kollegen könnten eifersüchtig werden, wenn man so eng mit einer Frau zusammenarbeite, lauten die Begründungen.

Also geht sie zurück an die Uni, wird Professorin.

Sie macht ihren Job gut, aber sie wollte eigentlich für das Recht kämpfen, es nicht nur lehren.

Doch dann erzählt ihr Ehemann, ebenfalls Jurist (und ein rührender Fall von Ehemann, bezeichnenderweise damals schon Feminist), von einem Fall. 
Benachteiligt wird ein Mann.

Er bekommt keine Unterstützung vom Staat dabei, seine kranke Mutter zu pflegen.

Diese Rolle war lediglich für Frauen vorgesehen.

RBG wittert ihre Chance, einen Präzedenzfall zu schaffen für viele weitere Diskriminierungsfälle, und damit Gerechtigkeit für beide Geschlechter im Gesetz niederschreiben zu lassen.

Zu sehen, wie RBG dafür kämpft, dass Frauen endlich aus dem „Käfig“ befreit werden, in den sie auch das Gesetz noch bis vor kurzem steckte (Männer duften entscheiden, ob ihre Frauen arbeiteten oder nicht, ließ sich eine Frau scheiden, galt sie als die Schuldige und bekam keinen Unterhalt etc.) und in vielen Ländern der Welt immer noch steckt, geben einem das Gefühl, an etwas Historischem teilzuhaben.

Ihre geschliffen, scharfe Sprache und präzise Argumentation, ihre Hartnäckigkeit und ihre allgemein ganz aus der Zeit gefallene Ladyhaftigkeit machen sie damals schon zu einem Vorbild.

Jahrzehnte später auf dem Richterstuhl am Supreme Court wird sie durch ihre klare Haltung gegen eine immer weiter nach rechts rückende Politik, durch dieses rare Gut, für Gleichberechtigung und Teilhabe aller Menschen zu sein, zur Ikone.

»On the Basis of Sex« ist ein Film für Frauen, die verstehen wollen, warum wir heute die Freiheit haben, die wir haben, und warum es gerade deswegen wichtig ist, immer weiter dafür zu kämpfen.



So ihr Lieben, viel Spaß beim Schauen, es lohnt sich!

Wenn ihr weitere Lieblingsfrauen in Lieblingsfilmen habt, die euch beeindruckt, inspiriert, ja die vielleicht schon in eure DNA übergewandert sind, dann schreibt uns gerne.

Wir freuen uns über Post und vielleicht folgt dann ja noch ein »Filme für Frauen, Teil 2«.

Bis dahin.

Feiert starke Frauen, feiert euch selbst!

Eure Leonie.

Lesezeit: 10 Minuten


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