März 7

Work-Fress-Balance

Selbstbewusstsein, Selbstwahrnehmung

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Zu wenig Selbstliebe: Warum Stress unser Wohlbefinden erheblich negativ beeinflusst.

Wie kann ich am schnellsten 5 kg abnehmen und warum wir fette und hässliche Entlein sind.

Eine Geschichte über Ernährung, Cortisol und dem, was unser Inneres uns sonst noch so mitteilt.

Ich liebe es Menschen etwas beizubringen und ihnen zu zeigen, wie glücklich jegliche Form von Bewegung machen kann.

Mein Studium u.a. durch die Arbeit als Fitness-Trainerin zu finanzieren, war deshalb für mich eigentlich echt geil:

Meine Leidenschaft Sport gepaart mit den glücklich-erschöpften, nach der Abschluss-Trance wiedergeboren dreinschauenden Gesichtern der Teilnehmer in meinen Kursen – eine Wahnsinns-Synergie, die mich noch heute mega erfüllt.

Das hätt ich ewig so weiterleben können, wäre ich nicht im nächsten Moment von meinem heiligen Glauben abgefallen:

Juliane, so nenne ich sie mal, ist eine wundervolle Frau.

Wir gingen ab und an nach den Kursen noch etwas trinken.

Das ist voll schön, weil du die Leute einfach ein bisschen besser kennen lernst und daraus wundervolle Freundschaften entstehen, die dein Leben echt aufwerten.

So gibt es zahlreiche wirklich wunderbare Freundschaften zu Frauen und Männern, die mein Leben noch heute unglaublich positiv beeinflussen, obwohl wir uns teilweise selten sehen.

Das Selten-Sehen funktioniert übrigens sehr gut, wenn Beide darauf vertrauen, dass sich in unserer freundschaftlichen Beziehung nichts ändert, nur weil wir uns gerade nicht sehen oder hören.

Wichtig ist, dass du es irgendwann tust und nicht denkst: „Ok, jetzt habe ich mich 2 Jahre nicht gemeldet, da wird sie oder er jetzt auch Besseres zu tun haben“ und ich glaube, das passiert sehr, sehr oft und es ist unglaublich schade, denn ihr kennt euch so gut und wisst so viel voneinander und nur, weil das Ego gerade im Minderwertigkeitsmodus ist, verpasst du einen wundervollen Glücksmoment - aber dazu ein ander Mal mehr 😉

Mit Juliane habe ich noch heute so wertvolle Momente, obgleich ich vor unserem letzten gemeinsamen Kaffee 2 Jahre nichts von ihr gehört hatte.

Und als wir uns dann wiedersahen – Wow, was für eine Umarmung von dieser tollen Frau.

Herzlich und fest drückt sie ihren weichen Körper und ihre tollen Brüste an mich und nimmt mich trotzdem sanft in ihre Arme.

Ihre großen, braunen Augen strahlen aus dem schon leicht gezeichneten Gesicht – sie müsste jetzt knapp über 40 sein.

Sie hat wunderbar kleine Lachfältchen um Augen und Mund und sieht mich wach und herzlich an.

Diese Frau vereint eine solch umwerfende Schönheit in sich – davon bin ich unglaublich beeindruckt.

Als ich sie damals kennen lernte, viel sie mir unter den anderen nicht auf.

Das Gros meiner Kursbesucherinnen war ein Haufen ziemlich verrückter Menschen und Juliane war ganz vorn mit dabei:

Mega erfolgreich im Beruf,

2 oder 3 Kinder, die selbstverständlich in den renommiertesten Kindergärten und Schulen untergebracht waren,

ein Haus, ein Garten und ein Baum, ein Boot und Alles, was so dazu gehört

und unglaublich viel Asche.

Und dann besuchen die jeden Tag 4 Fitness-Kurse – ihr könnt euch vorstellen, was sie für unglaublich gestählte und sehr attraktive Körper  hatten, obgleich man ihre ganze Härte an Gesicht- und Halsregion erkennen konnte.

So auch Juliane.

Eigentlich dachte ich immer, dass sie mit dieser Beweglichkeit, dieser unglaublichen Power und dem wahrscheinlich ultra-trainierten Beckenboden alles und jeden haben kann.

Echt krass und weit gefehlt, denn in ihrem Inneren sah Alles ganz anders aus.

Eines Tages hält sie mich auf dem Weg zur Sauna an und sagt: Hey Uli, ich muss dich mal was fragen…

Und dann fragt sie mich tatsächlich, wie sie 5 kg abnehmen kann – die Juliane, die in ihrer Firma gerade letzte Woche in die nächst-höhere Stelle promiviert wurde, weil sie für die Entwicklung eines bestimmten Verfahrens in der Arzneimittelproduktion irgendeinen Forschungspreis bekommen hat.

Genau die steht vor mir, mit hängenden Schultern, wie ein Tropfen Regenwasser und schaut mich ernsthaft an, als würde gleich ihre Welt über sie zusammenbrechen, wenn ich ihr nicht sofort mitteile, wie sie bis morgen ihre komischen 5 kg abgenommen hat.

Ich sage, komm mal mit, und nur mit den Saunatüchern bekleidet gehen wir zurück in den Kursraum.

Ich stelle sie vor den Spiegel, ziehe ihr das Handtuch vom Körper, schaue ihr tief in die Augen und frage, was sie sieht.

Sie sieht sich an und bricht in Tränen aus: Offenbar fiel da gerade die ganze Last ihrer letzten Wochen von ihr und hörte gar nicht mehr auf.

Hier ging es nicht um irgendein Gramm Fett, sondern darum, dass sie immer Allem gerecht werden wollte:

Ihrem Chèf, als die perfekte Mitarbeiterin. Sie hatte wohl die neidvollen Blicke der Kollegen bemerkt, als sie die eingerahmte Urkunde neben ihren PC stellte und jetzt durfte sie erst recht keine Fehler machen.

Ihrem Mann, für den sie so wenig Zeit hatte und immer wenn sie Zeit hatte eigentlich so todmüde war, dass sie in seinen Armen einzuschlafen drohte. Und trotzdem tat sie damals Alles um ihm zu gefallen - Bloß funktionieren, dann kommt der Rest schon von alleine.

Den Eltern wollte sie zeigen, dass sie auf deren Hilfe nicht angewiesen war und den Kindern wollte sie eine perfekte Mutter sein.

Das Training, das , als sie damit anfing, eine gute Gelegenheit zum Abreagieren war, hatte sich zu einer wahnhaften Zwangshandlung entwickelt, bei der sie nur mehr weiteren Druck aufbaute und von Erholung keine Spur mehr zu sehen war.

Denn sie wusste, dass es bei dem Stresslevel, dass sie täglich ohne Unterlass bewältigte, nicht unwahrscheinlich war, dass sie zunimmt – früher oder später.

Und grundsätzlich ist die Annahme vollkommen korrekt:

In Stresssituationen wird im Gehirn in der Amygdala Adrenalin ausgeschüttet.

In der Urzeit hat uns dieser Mechanismus den Arsch gerettet, indem uns das Adrenalin wach und stark gemacht hat, wenn der große Säbelzahntiger auf einmal vor uns stand.

Um dem Energiebedarf in diesen Situationen gerecht zu werden bildet die Nebenniere nun Cortisol, welches den Insulinspiegel im Blut und den Herzschlag erhöht, was dafür sorgt, dass einfach mehr Energie bereitgestellt wird.

Früher war das richtig geil und hilfreich und nach der Jagd haben wir uns ordentlich weiterbewegt und dadurch ist der Cortisolspiegel wieder gesunken - ergo: Alles cool.

Juliane saß die ganze Zeit am Schreibtisch und dann, nachdem sie den ganzen Tag ihrer To-Do-Liste hinterhergehetzt ist, hat sie schnell ihre Sportklamotten eingepackt und ist ins Fitnessstudio gehetzt.

Zum Glück holt ihr Mann die Kinder immer ab, sonst hätte sie all das gar nicht geschafft.

Sie hat mir mal erzählt, dass sie erst nach 3 h Training so richtig mit dem Kopf beim Sport angekommen ist…

Und jetzt müsst ihr euch mal vorstellen, was mit den Körpern der auf ähnliche Weise gestressten Menschen passiert, die nicht jeden Tag, wie besessen ins Studio rennen und denen Energiebilanz positiv ist – die also mehr Energie einlagern, als sie benötigen – ja, genau, die werden erst fett und dann höchstwahrscheinlich krank.

Bei Juliane hatte der durcheinander gewürfelte Hormonhaushalt nun einfach mal so richtig das Immunsystem geschwächt und nach zwei Wochen mit Arbeit aber ohne Sport, weil sie dazu einfach nicht mehr in der Lage war, hat ihr notleidender Körper einfach Alles eingelagert, was er kriegen konnte.

Deshalb die minimale Gewichtszunahme, die sie gespürt hat und die am Ende das Fass zum Überlaufen gebracht hat, aber der ganze bio-chemische Krimskram ist uns ja nicht neu...

Zurück zu der Juliane vor dem Spiegel – zurück zu der schluchzenden Juliane vor dem Siegel, die sich langsam beruhigte, weil sie erkannte, dass dieses kleine Mü mehr an ihrem Körper eigentlich ganz nett aussah und ihr schönes Gesicht nicht mehr ganz so kantig und eigentlich viel weicher wirkte.

Wir sprachen über diese hormonellen Zusammenhänge und sie verstand recht schnell, dass dieses gesamte Repertoire an Stresshormonen halt auch irgendwann abgebaut werden muss und zwar am Besten durch Bewegung in frischer Luft und in Ruhe.

Ist ja auch irgendwie logisch, dass Juliane bei einem so krassen Sportprogramm nach einem solch krassen Tag, zu dem sie sich immer wieder durch Sätze, wie „Ich muss das jetzt machen, sonst werde ich fett“ motiviert hat – Ja, das sie diesem ganzen Druck nicht mehr standhält und in irgendeiner Weise zusammenbricht.

Zum Glück in diesem Rahmen und mit jemandem, der sie auffangen konnte an der Seite.

Mit viel Geduld und Spucke konnten wir beide herausfinden, was die Motivation hinter diesem ganzen Gehetze war und sie dazu bringen, auf sich selbst zu hören.

Und jetzt, ja was macht sie eigentlich?

Sie hat immer noch diesen Megajob, aber ich weiß, dass sie sich den Tag schaffbar scheduled.

Sie hat angefangen auf den Seen im Umland zu paddeln und da nimmt sie oft die gesamte Familie mit, wenn sie nicht gerade das Gefühl hat, mal wieder ganz für sich sein zu müssen.

Sie schläft ausreichend und meditiert jeden Morgen 10 Minuten, weil sie dann irgendwie ruhiger in den Tag starten, denn sie weiß, dass der Cortisolspiegel, morgens nach dem Aufstehen am höchsten ist.

Und sie reflektiert in jeder einzelnen Aktion in ihrem Leben: „Macht mich das, was ich hier mache gerade glücklich?“ und entscheidet sich für die Dinge, die eben genau das tun – sie allein glücklich und zufrieden machen.

Und wo wir schon dabei sind:

Wie gut bis du darin, dir dein Leben zu gestallten und Hand auf's Herz, wie viele deiner Aktionen oder vielleicht sogar Hobbys machst du, weil du vielleicht irgendjemanden damit beeindrucken willst?

Ich bin gespannt auf eure Geschichten 🙂

In diesem Sinne: Baut euch ein wundervolles Leben, ihr Lieben 😀

Eure Uli

Lesezeit: 7 Minuten

Tags

auf sich selbst hören, Beruf, Druck, Emanzipation, Familie, Gefallen wollen, Gewicht, Gleichheit, Körper, Körperkult, leisten, Leistung, schlank, selbstbewusstsein, selbstvertrauen, sich gut finden, Training, Wahn


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